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Der
einfache Schieber
Der einfache Schieber
ist ein Jass für vier Personen, den man beinahe als «klassisch»
bezeichnen könnte. Unbestritten ist er wohl der bekannteste Jass
in unserem Lande. Er ist der eigentliche Elementarjass, den jeder
Anfänger erlernen sollte, da im einfachen Schieber fast sämtliche
Jassregeln zur Anwendung gelangen. Durchgehen wir kurz, wie dieser
Lieblingsjass der «Zünftigen» gespielt wird.
Nachdem die Parteien
und der Spielgeber bestimmt sind (siehe Mischen und Geben), setzen
sich die Partner übers Kreuz. Jeder Spieler erhält dreimal drei
Karten. Die unterste Karte darf nicht eingesehen werden. «Vorhand»
(rechts vom Gebenden) kann nun eine beliebige Farbe als Trumpf bezeichnen.
Will er das nicht (Mangel an entsprechend guten Karten), so «schiebt»
er, und sein Partner muss eine Trumpffarbe bezeichnen. Dieser darf
aber seinerseits nicht ausspielen - das muss der Spieler tun, der
geschoben hat. Es gilt der kleine Weis, und es wird nach Kehren
des ersten Stiches geschrieben. Nach jedem Spiel werden die Karten
gezählt und die entsprechende Punktzahl auf der Tafel notiert. Hat
eine Partei sämtliche Stiche gemacht, schreibt sie den Match: 157
Punkte plus 100 Punkte extra = 257 Punkte ! Hat die Gegenpartei
einen Stich auch ohne Zählwert gemacht, so darf der Match natürlich
nicht geschrieben werden; es bleibt bei 157 Punkten.
Diejenige Partei, die
die vereinbarte Punktzahl (1000 oder 1200) erreicht
hat, kann sich bedanken. Nach ausdrücklicher Abmachung kann mit
«Schneider»gespielt werden. Die verlierende Partei ist bei einer
neuen Partie vorhand und kann Trumpf ansagen.
Der
Schieber mit Schikanen
Vom einfachen Schieber
bis zum Schieber mit Schikanen ist ein ordentlich weiter, aber interessanter
Weg. Bekannt sind weit herum der Schieber mit «Obenabe» und «Undenufe»
sowie der Schieber mit Schelle und Schilte doppelt. Diese Spielarten
sind aus dem Bedürfnis heraus entstanden, den Schieber attraktiver
zu gestalten. Schelle und Schilte zählen hier doppelt, Rose und
Eichel einfach. Beim Schieber mit «Obenabe» und «Undenufe» wird
die erzielte Punktzahl mit drei multipliziert. Verschiedenenorts
gelten sogar noch höhere Werte, zum Beispiel «Undenufe» sechsfach,
«Obenabe» fünffach, Schilte vierfach, Rose dreifach, Schelle zweifach
und Eichel einfach. Die zu erreichende Punktzahl wird auf 2500,
3000 oder gar 4000 angesetzt. Doch bleiben wir bei der
obengenannten Variante.
Beim Schieber mit Schikanen
wird das Spiel wiederum von «Vorhand» angesagt, sei es Trumpf, «Obenabe»
oder «Undenufe».Vorhand kann natürlich auch zu seinem Partner «schieben»,
der seinerseits eine der drei Varianten ansagen kann. Immer aber
gibt «Vorhand» als erster aus, auch bei «Obenabe» und «Undenufe».
Da bei unserem Beispiel
Schelle oder Schilte doppelt zählen, zählt der Match mit einer dieser
beiden Farben 514 Punkte. Ein Match bei «Undenufe» und «Obenabe»
zählt 3mal 257 P. = 771 Punkte total. Auch der Weis wird je nachdem
doppelt oder dreifach geschrieben.
«Obenabe»
Es gibt keinen Trumpf.
Jedes As einer Farbe ist die höchste Karte, dann folgen König, Ober,
Under, Banner, 9, 8, 7, 6. Es muss stets Farbe gehalten werden.
«Undenufe»
Der«Undenufe» ist das
Gegenteil von «Obenabe». Es gibt keinen Trumpf. Der Sechser ist
die höchste Karte, das As die niedrigste. Der Zählwert der Karten
bleibt aber unverändert: das As zählt 11 Punkte, der König 4 Punkte
usw. Jede kleinere Karte der gleichen Farbe sticht die grössere.
Eine Karte mit anderer Farbe als die erstausgegebene hat auf den
Stich keinen Einfluss.
Wie schreibt man den
«0benabe» und «Undenufe»?
Obwohl es bei diesem
Spiel weder Trumpfbauer noch Nell gibt, ergibt das Total der Punkte
157, da zum Ausgleich die vier Achter (4x8 = 32 Punkte) zählen.
Vorsicht also beim Spiel mit den Achtern; sie sollen nach Möglichkeit
dem eigenen Partner «geschmiert» werden.
Nützliche Hinweise
Beim Schieber sollte
Vorhand für die Trumpfansage mindestens über Bauer zu viert (Bauer
plus drei andere Trumpfkarten), oder über Bauer, Nell und As verfügen.
Fehlt ihm aber eine Farbe in seinem Spiel (Dreifärber), so gilt
die Ausnahme von der Regel: «Vorhand» soll mit Bauer zu dritt oder
mit Nell zu viert Trumpf ansagen, da sonst die Gefahr besteht, dass
sein Partner ausgerechnet diejenige Farbe zum Trumpf bestimmt, die
«Vorhand» fehlt. Besitzt «Vorhand» ein gutes Schieberspiel, zum
Beispiel vier Bauern (!) oder drei Bauern und Nell zu dritt der
vierten Farbe, so schiebt er mit Vorteil, auch wenn er sehr gut
selbst Trumpf ansagen könnte.
Bei «Undenufe» und
«Obenabe» sollte «Vorhand» mindestens vier sichere Stiche machen
können, wenn er selbst Trumpf ansagt und ausspielt. Im übrigen gelten
die Bemerkungen, die unter Abschnitt «Raffiniert gejasst» zu finden
sind.
Der Weis bei «Undenufe»
Ober dieses Thema existieren
verschiedenorts Ansichten, die voneinander abweichen. Wir vertreten
die Ansicht, die als logisch erscheint und die auch im Jassreglement
des Schweizerischen Wirteverbandes festgehalten ist.
Da die Werte umgekehrt
sind, gilt auch der Weis «umgekehrt»: der kleinere Weis ist besser
als der höhere. Ein Dreiblatt von einer Acht (8, 7, 6) ist besser
als jedes andere Dreiblatt.
Als nächst höherer
Weis folgt Fünfzig. Auch hier sind - wie beim normalen Weis - Vierblatt
höher als ein Dreiblatt, und Fünfzig vom Banner besser als Fünfzig
vom As.
Der nächst höhere Weis
ist Hundert. Diese wiederum sind besser als ein Dreiblatt oder Fünfzig.
Hundert vom Under sind besser als Hundert von As; Hundert in fünf
Karten sind besser als zum Beispiel Hundert von vier As! Ein Fünfblatt
ist schlechter als ein Sechsblatt, und dieses wiederum ist schlechter
als ein Siebenblatt usw.
Der
Sechser-Schieber
Ein wirklich gemütlicher Jass für sechs
Personen ist der «Sechser-Schieber», der besonders im Familienkreise
recht oft zum Zuge kommt. Gespielt wird er von je zwei Parteien
zu je drei Spielern, die durch Kartenziehen ausgelost werden. Es
dürfen nicht zwei Spieler der gleichen Partei nebeneinander sitzen;
die Partner müssen übers Kreuz Platz nehmen. Gespielt wird mit doppeltem
Kartenspiel, aber ohne die «Brettli » 6, 7 und 8. Total sind es
demnach 48 Karten. Jeder Spieler erhält 2 x 4 Karten. Wegen des
doppelten Kartenspiels zählt der letzte Stich zusätzlich nicht nur
6, sondern 10 Punkte. Somit zählt das ganze Spiel 2x157 Punkte =
total 314 Punkte. Bei einem Match werden 2 x100 Punkte (total 200
Punkte) hinzugezählt, womit sich ein Total von 614 Punkten ergibt.
Es gilt der einfache Weis. Von jedem Wert sind zwei Karten im Spiel,
wobei die zuerst ausgespielte von der zweiten gestochen wird. Beispiel:
Der zweite Trumpfbauer sticht den ersten ! Der zweite König sticht
den ersten ! Das zweite Nell sticht das erste ! Gewöhnlich werden
- wenn der zweite Trumpfbauer den ersten sticht - als Prämie noch
20 Punkte extra geschrieben. Diese Jagd auf die Trumpfbauer verlieht
dem Spiel natürlich einen zusätzlichen Reiz.
Trumpf wird von Vorhand angesagt. Verfügt
dieser Spieler nicht über entsprechende Trümpfe, schiebt er zum
zweiten Partner. Dieser seinerseits kann notfalls zum dritten Partner
weiterschieben, der dann - als letzter Spieler der Partei - Trumpf
ansagen muss. Die zu erreichende Punktzahl wird auf 2000 festgelegt.
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