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Tschau
Sepp
Wohl längst
nicht alle zünftigen Jasser kennen dieses lustige Spiel, das unter
dem Namen «Tschau Sepp» besonders im Appenzellerländli bekannt und
beliebt ist. Beim «Tschau Sepp» können fünf, vier, drei oder auch
nur zwei Spieler mitmachen. Jeder Spieler erhält fünf Karten. Der
Spielgeber nimmt ebenfalls am Spiel teil. Die restlichen Karten
bilden den Stock, der nicht eingesehen werden darf und «verdeckt»,
also mit dem Rücken nach oben, auf den Tisch gelegt werden muss.
Die oberste Karte des Stockes wird gekehrt und daneben gelegt; sie
muss der Reihe nach von «Vorhand» mit einer einzigen Karte gedeckt
werden, und zwar entweder 1. mit einer Karte von gleicher Farbe;
2. mit einer Karte mit dem gleichen Bild; 3. mit einem Bauer. Hat
«Vorhand » keine der genannten Karten zur Verfügung und kann somit
die oberste Karte des Stockes nicht decken, muss er zur Strafe vom
verbleibenden Stock eine Karte aufnehmen. Derjenige, der seine letzte
Karte hinlegen kann, verabschiedet sich recht freundlich mit «Tschau
Sepp» und hat gewonnen. Beispiel: Von den vier teilnehmenden Spielern
erhält jeder fünf Karten. Die oberste Karte des Stockes ist der
Rosenkönig. «Vorhand» kann nun entweder eine beliebige Rosenkarte,
einen König von einer andern Farbe oder einen Bauern auf den Rosenkönig
legen. Kann er das nicht, muss er vom Stock eine Karte aufnehmen.
Handelt es sich bei der aufgenommenen Karte zufällig um eine solche,
die die Deckbedingung erfüllt, darf und muss sie sofort hingelegt
werden. Würde es sich zum Beispiel um das Rosenbanner handeln, gilt
nun das Banner als «Bild», das heisst, das Rosenbanner ist nun die
vom nächsten Spieler zu deckende Karte.
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Schikanen
und Tips
Wird ein Bauer
gelegt, kann der betreffende Spieler die Farbe beliebig wechseln.
Beispiel: Ein Schellenbauer wird gelegt. Nun kann der Spieler, der
den Schellenbauer zum Decken verwendet, die Farbe wechseln, das
heisst, er kann Schelle, Rose, Eichel oder Schilte zur nun gültigen
Farbe erklären. Die Farbe muss aber ohne Zögern sofort angesagt
werden. Hat man die Wahl zwischen verschiedenen Karten, heisst es
klug zu disponieren, denn es ist beileibe nicht gleichgültig, welche
Karte hingelegt wird. Kann man im «richtigen Moment» mit Hilfe eines
Bauern die Farbe wechseln, wird dem Gegner «die Suppe oftmals gründlich
versalzen».
Wird eine
Sieben gelegt, so muss der folgende Spieler zwei Karten vom Stock
aufnehmen, unabhängig davon, ob er decken kann oder nicht.
Wird eine
Acht gelegt, darf der nächste Spieler zur Strafe nicht decken; er
setzt einmal aus, muss aber keine Karte vom Stock aufnehmen.
Ist der Stock
aufgebraucht, so werden die offenen Karten auf dem Tisch wieder
gemischt und weiter als Stock verwendet. Jeder Teilnehmer, der «Tschau
Sepp» sagen kann, scheidet aus.
Geht bei den
verbleibenden zwei letzten Spielern nach Aufbrauchen des Stockes
keiner weg, so wird gewöhnlich nicht mit Hilfe eines neuen Stockes
weiter gespielt, sondern die Restkarten der Spieler werden gezählt.
Dabei ist nicht die Anzahl Karten, sondern der Kartenwert Massgebend,
wobei die niederen Karten ihrem Werte nach mitgezählt werden; der
Sechser zählt sechs Punkte, die Sieben sieben, die Acht acht und
die Neun neun Punkte. Im übrigen gelten die bekannten Ansätze: Banner
zehn Punkte, Under zwei Punkte, Ober drei Punkte, König vier Punkte
und As elf Punkte. Es ist also nicht gleichgültig, was für Karten
man am Schluss noch in der Hand hat. - Und nun viel Spass beim «Tschau
Sepp»l
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